Umgang mit dem Klimawandel – Erasmus+ macht’s möglich: 15 Schüler:innen forschen zu „Leben mit großer Hitze“ im Süden Spaniens

15 Uhr – das Handy zeigt 38 Grad - und in der Grassteppe des Naturparks Algaida am Atlantik bei Puerto Real ist gerade kein Baum in Sicht. Glücklich, wer an ein Käppi, einen Sonnenhut oder wie Nico an einen schwarzen Regenschirm gedacht hat – die Hitze ist sonst schwer auszuhalten. In zwei Gruppen sind die Neuntklässler:innen des FSG bei einem Orientierungslauf im Naturpark bei Cádiz in Andalusien unterwegs und stoßen unterwegs auf allerlei Kuriositäten: eine Schlangenhaut oder eine Armee von Krabben am Strand, werden aber auch durch grandiose Ausblicke und eine große Pflanzenvielfalt belohnt. Die Route durch schattenspendende Pinienhaine ist deutlich kühler und macht allen klar, wie wichtig Bäume bei hohen Temperaturen sind.

Der Orientierungslauf ist Teil des Programms mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, das die 15 Schüler:innen in Zusammenarbeit mit Eva López, Erasmus-Koordinatorin und ihren Schüler:innen des IES Antonio Muro in Puerto Real absolvieren. Bei der Besichtigung des Schulgebäudes fällt z. B. auf, dass das Glasdach der Schule durch ein gestreiftes Sonnensegel abgedeckt ist, um die Temperatur abzusenken. Auf dem Schulhof gibt es viele schattige Ecken und ein Teil des Schulgartens ist mit Bäumen gestaltet. Von Eva López erhalten die Schüler:innen Müllsäcke, Handschuhe und eine Waage. So ausgerüstet geht es zum Stadtstrand von Puerto Real. Auch wenn dieser auf den ersten Blick ganz sauber aussieht, sammeln die Neuntklässler in kürzester Zeit so viel Müll ein, dass die Waage am Ende 25 kg anzeigt – v. a. Zellstofftücher, die mit dem Abwasser ins Meer gespült werden und sich kaum zersetzen.
Mit Beobachtungsbögen zum „Leben mit Hitze“ ausgestattet, erkunden die 9 Mädchen und 6 Jungen des FSG das nahegelegene Cádiz, die „Feria de Caballos“ in Jerez und zum krönenden Abschluss die wunderschöne Landeshauptstadt Sevilla. Ihre Beobachtungen zur Anpassung dieser Städte an die hohen Temperaturen halten die Schüler:innen später in Präsentationen fest, die sie vor den Spanischkursen der Klassen 9 halten: Die Häuser sind nach innen orientiert, es gibt überall Patios, Innenhöfe, die mit Springbrunnen gestaltet sind, die Gassen sind eng, so dass die Häuser den Durchgang beschatten, in Sevilla säumen zahlreiche Orangenbäume die Straßen, Wasserspender stehen zur Verfügung, und der Alcázar, der Königspalast, zeugt davon, dass schon in arabischer Zeit die Räume um grüne Innenhöfe, Parks und Wasserbecken herum gebaut wurden, um besser mit der großen Hitze leben zu können. Nachhaltig war auch die Fortbewegung der Gruppe: Von Puerto Real aus waren alle Orte in kurzer Zeit und komfortabel mit dem Zug erreichbar.
Aber auch der Spaß und das Eintauchen in die spanische Kultur kamen nicht zur kurz: Aktivitäten wie gemeinsames Tapas-Probieren und ein Sevillanas-Tanzkurs mit spanischen Schüler:innen standen auf dem Programm. Beachvolleyball wurde überall gespielt, von der Bushaltestelle über den Stadtstrand von Puerto Real bis zum Platz vor der Kathedrale in Sevilla im Sonnenuntergang – eine rundum gelungene Fahrt mit viel Inspiration für das Leben bei steigenden Temperaturen und mit netten neuen Kontakten in Andalusien!
Julia Kochinke

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