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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

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Startseite Presseberichte (WN) Studenten treffen Schüler . . .

Münster-Gievenbeck - Es ist 12.15 Uhr. Noch herrscht im Universitätshörsaal F 2 des Fürstenberghauses gespannte Ruhe. Die Studierenden richten ihre Blicke nach vorne, und sie trauen ihren Augen nicht. „Wir sind Siebtklässler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums und starten jetzt mit unserer Vorlesung über die Französische Revolution“, kündigt mit völlig selbstbewusster Miene die Schülerin Hanna Weisweiler an.

Die spannende Reise in die Vergangenheit beginnt mit dem Prachtschloss Versailles, mit dem prunkvollen Leben am Hof. Die Lehramtsstudenten, größtenteils im achten Semester, erfahren am Vorabend der Revolution alles Wissenswerte über die Ursachen.

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Premiere im Institut für Didaktik der Geschichte der Uni Münster: Siebtklässler des Stein-Gymnasiums gestalteten anhand selbstverfasster Tagebücher eine Vorlesung über die Französische Revolution.Foto:
(tu)

„Das ist eine Premiere“, freut sich Saskia Handro, Professorin für Geschichtsdidaktik. „Es dürfte das erste Mal sein, dass Schüler eine Vorlesung halten!“ Dort, wo sich die angehenden Schulpädagogen ansonsten vornehmlich mit geschichtsdidaktischer Lehr- und Lernforschung herumplagen, sprich Prozesse des Wissensaufbaus unter die Lupe nehmen, zeigen junge Gymnasiasten, wie einfach das alles ist mit dem Lernen.

Es sind 35 Freiwillige aus den Klassen 7 a und 7 b, genauer gesagt 28 Mädchen und sieben Jungen, die unter der Regie ihrer Fachlehrerin Sabrina Hamidi zu Dozenten werden. Bereits in den Osterferien versetzten sie sich in die Perspektiven historischer Figuren - etwa der Frauenrechtlerin Olympe de Gouges, des Königs Ludwig XVI., seiner Gattin Marie Antoinette und Abbey Sièyes, des Priesters, der sich für die Belange des dritten Standes einsetzte.

Hinzu kommt das sogenannte Volk: Waschfrauen, Kutscher und andere. Die Gymnasiasten verfassten teils fiktive, aber immer den realen Geschehnissen folgende Tagebücher, die sie den Studenten in historischer Kostümierung wortgetreu präsentieren. Seine Vita offeriert mit völlig ernster Miene Linus Göttker alias Ludwig XVI.: „Ich wurde mit 15 König, habe gern gejagt, war aber sehr dickköpfig und wurde am 21. Januar 1793 abgesetzt. . . Habt Ihr noch irgendwelche Fragen?“

Nach jedem der Kurzvorträge erfüllt lautstarker Beifall den Hörsaal. Am Schluss ihres Ausflugs in diese wundersame Schulwelt löchern die begeisterten Studenten die Stein-Schüler mit Fragen. „Super, jetzt bekommen wir endlich einen Praxisbezug“, zeigt sich die Studentin Janna Söder beeindruckt, „bislang hatten wir nur Theorie.“ Und wie diese Kinder sich für Geschichte begeistern könnten, in diesem Unterrichtsprojekt stecke ja „enorm viel Arbeit außerhalb des Unterrichts“, pflichtet eine Kommilitonin bei. Über den Eifer und den Mut der Kinder, vor Uni-Publikum aufzutreten, freut sich nicht zuletzt Sabrina Hamidi. Die Kinder hätten eben begriffen, dass sie buchstäblich etwas zu sagen haben . . .

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